Labor Fenner
 
   




Abonnieren Sie unseren Newsletter

 

akkreditiert nach:
DIN EN ISO/IEC 17 025
DIN EN ISO 15189

Deutscher Akkreditierungs-Rat

 
Seite: [1] [2] [3] [4]

2. Diagnostik und Monitoring

Allgemeines

Im folgenden Abschnitt werden eine kurze Übersicht über den Verlauf der HIV-Infektion und wichtige Untersuchungen zur Diagnostik der HIV-Infektion und insbesondere zum Monitoring/zur Verlaufskontrolle unter einer antiretroviralen Therapie dargestellt. Hinweise zum Untersuchungsmaterial, die Transportbedingungen und weitere wichtige Informationen zu den einzelnen Laboruntersuchungen finden Sie auch in unserem Leistungsverzeichnis.





Verlauf der unbehandelten HIV-Infektion
(mit freundlicher Genehmigung der ABBOTT GmbH & Co. KG Ludwigshafen)


Verlauf der unbehandelten HIV-Infektion

Die unbehandelte HIV-Infektion läuft nach grober Einteilung in fünf voneinander unterscheidbaren Stadien bzw. Phasen ab:

Nach Eintritt des Virus in den Organismus kommt es zunächst trotz immunologischer Auseinandersetzung zur mehr oder weniger ungebremsten Vermehrung von HIV (Phase I). In dieser Zeit können mit den bisher zur Verfügung stehenden Labormethoden HI-Viren noch nicht ausreichend sicher nachgewiesen werden.

Nach einigen Tagen (im Mittel etwa nach ca. 15 Tagen) ist die Virusvermehrung so weit fortgeschritten, dass HIV direkt mittels entsprechend empfindlicher Labormethoden (HIV-PCR) im Blut der Infizierten nachgewiesen werden kann (schwarze Linie). HI-Viren bleiben bei unbehandelten Patienten immer nachweisbar. Etwas verzögert sind auch im Überschuss produzierte Virusbestandteile wie das p24-Antigen (dunkelblaue Linie) mit Laborverfahren messbar (Phase II).

Mit dem Eintritt von HIV in den Organismus und Beginn der immunologischen Auseinandersetzung setzt auch die Antikörperbildung des Immunsystems gegen HIV ein. Es werden für eine kürzere Zeit IgM-Antikörper (orange Linie) gebildet. IgG-Antikörper gegen HIV (rote Linie) werden etwas später nachweisbar und bleiben in der Regel lebenslang detektierbar. Der Nachweis dieser Antikörper im Blut infizierter Patienten gelingt mit einem entsprechend empfindlichen HIV-Antikörpertest etwa ab der 4. Woche, im Mittel nach 28 bis 42 Tagen. (Phase III). In dieser bis zu mehreren Jahren dauernden "stabilen Phase" sind HIV-p24-Antigenteste häufig negativ.

Durch Kombination des Antikörpernachweises mit dem p24-Antigennachweis in einem Testsystem (serologische Teste der 4. Generation) kann das diagnostische Fenster nochmals verkürzt werden.

In den fortgeschrittenen Phasen der Infektion (Phase IV/Phase V) kommt es zu einem weiteren Absinken der CD4-Helfer-T-Lymphozytenzahl, möglicherweise zum Absinken der Antikörperspiegel sowie zu einem Anstieg der nachweisbaren Virusmenge im Blut und zum Wiederauftreten des p24-Antigens im Blut.

Bei den immunologischen Parametern ist insbesondere die Population der CD4-Helfer-T-Lymphozyten (dunkelrote Linie) als die Hauptzielzelle des HIV von großer Bedeutung. Sie wird im Rahmen einer Lymphozytendifferenzierung im Labor bestimmt. In der Frühphase der Infektion kommt es häufig zunächst zu einem deutlichen Abfall der CD4-Zellzahl mit einem anschließenden Wiederanstieg. Etwa 6 Monate nach Beginn der Infektion wird ein stabiler Zustand (Set point) erreicht. Ab dann sinkt die CD4-Zellzahl bei unbehandelten Patienten jährlich um einen individuellen Wert, der zwischen ca. 50 und 100 CD4-Zellen/ul und Jahr liegt.


Diagnostik der HIV-Infektion

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigen Laboruntersuchungen zur Diagnose einer HIV-Infektion.


Parameter Wann? Bedeutung 
HIV-PCR ab 10. - 15. Tag Nachweis des Erreges 
HIV p24-Antigen ab 15. - 20. Tag Nachweis von HIV-Produkten 
HIV-Antikörper ab 28. - 42. Tag Nachweis der Immunantwort 

Die Zeitangaben dienen lediglich zur Orientierung und weichen im Einzelfall davon ab. In jedem Fall sollte daher die Auswahl der Laborverfahren unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände individuell erfolgen.


Monitoring der HIV-Infektion

Der Verlauf der HIV-Infektion kann durch Laboruntersuchungen, die je nach Stadium der Infektion in unterschiedlichen Zeitabständen erfolgen, recht zuverlässig beurteilt werden. Die wesentlichen Laborparameter sind dabei die Bestimmung der HIV-Viruslast und die Ermittlung der Zahl der CD4-Helfer-T-Lymphozyten im Rahmen der Lymphozytendifferenzierung. In einer Reihe von Fällen ist auch eine HIV-Resistenzbestimmung indiziert.

Weitere Laboruntersuchungen richten sich nach einer gegebenenfalls bestehenden antiretroviralen Therapie. Je nach Medikament werden verschiedene Laboruntersuchungen wie die Bestimmung des Blutbildes, die Messung von verschiedenen Enzymen sowie Fettstoffwechselparameter zur Beurteilung möglicher unerwünschter Wirkungen durchgeführt.


Weitergehende Informationen

Zu weitergehenden Fragen können Sie sich gern an unsere Ansprechpartner wenden oder auch z.B. die folgenden Links im Internet aufsuchen:

AIDS-Hilfe,

Robert Koch Institut Berlin,

Universitätskrankenhaus Eppendorf

ifi-Institut für interdisziplinäre Infektiologie und Imunologie Hamburg,

DAGNÄ e.V. - (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V.

HIV-Akut

HIV-Kompendium online

HIV-Resistenz


 
 
HomeHome

Seite druckenSeite drucken

SitemapSitemap