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Fachinformationen - Mikrobiologie Information zu oro-dentaler Analytik
Bakteriologische Diagnostik Eine Erkrankung des Zahnhalteapparates kann im Rahmen einer mikrobiologischen Diagnostik auf mögliche bakteriologische Ursachen abgeklärt werden. Lediglich einige bestimmte Bakterienspezies sorgen in infizierten Zahnfleischtaschen für entzündliche Veränderungen und können nach ihrem gezielten Nachweis antibiotisch behandelt werden. Die mikrobiologische Diagnostik ermöglicht zum einen die Identifizierung und Differenzierung der Leitkeime der Mund-/Rachenhöhle, zum anderen die Identifzierung der für eine Erkrankung wichtigen Erreger wie Actinobacillus actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Streptococcus mutans. Letztgenannte Bakterien sind bei einer Zahnfleischentzündung lokal anzutreffen. Um eine sichere Identifizierung dieser Keime gewährleisten zu können, sind entsprechende Abnahmetechniken und Transportmedien (z.B. Port-a-Cul-Röhrchen) erforderlich. Diese Keime sind sehr luftempfindlich und müssen für den Transport so konserviert werden, daß sie auch nach längerem Transport entsprechend angezüchtet werden können.
Indiziert ist die Diagnostik bei Parodontitis unmittelbar vor jeder mechanischen Zahnsäuberung sowie 4-6 Wochen nach Abschluß einer Parodontaltherapie zur Bestätigung des Behandlungserfolgs. Das Antibiogramm gibt einen Anhalt über den Einsatz des Antibiotikums und dessen Wirksamkeit. Der Parodontitis kann als chronische Erkrankung durch gründliche Zahnreinigung und Plaquevermeidung vorgebeugt werden, aber auch mit der Installation von antibiotikahaltigen Gelen, die lokal gezielt in die Zahntasche eingesetzt werden können. Diese Art der Medikation entlastet den Patienten von einer systemischen antibiotischen Therapie. Auch empfiehlt sich eine mikrobiologische Untersuchung bei eitrigen Parodontalabszessen oder Zahnblutungen mit Leukoplaquien. Bei rezidivierenden Leukoplaquien, hervorgerufen durch Herpes simplex, können die Viren mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), einem neuen molekularbiologischen Verfahren, eindeutig nachgewiesen und dann auch lokal therapiert werden. Schwermetallanalyse Eine ergänzende Untersuchung der oro-dentalen Diagnostik ist die Analyse von Schwermetallen aus dem Speichel, wie Palladium, Gold, Blei, Silber, Zinn und Quecksilber. Bei entsprechenden Metallzahnfüllungen verhilft sie, eine Belastung des Patienten hinsichtlich der oralen Aufnahme auszuschließen, oder gibt ggf. Hinweise für eine Ausleittherapie mit Komplexbildnern. Für die Untersuchung benötigen wir 1-2ml Speichel oder 10ml eines 24-Stunden-Sammelurins. Weiterführende Informationen sind unserer Information zur Schwermetall-Analytik zu entnehmen. Histo-Pathologie Noch eine weitere Komponente unserer oro-dentalen Analytik ist die histo-pathologische Untersuchung von epithelialen Zysten, die unter dem Sammelbegriff "parodontale Zysten" abgehandelt werden. Mit dieser Thematik befaßt sich der Pathologe Dr. T. Hartmann, aus unserer Praxisgemeinschaft. Bei der Therapie von odontogenen Zysten ist die histologische Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Zystenformen hinsichtlich ihrer Pathogenität bis hin zu karzinomatösen Veränderungen wichtig und bereits bei der Behandlung abzuklären. Gewebeproben können in speziellen Transportgefäßen zur histo-morphologischen Untersuchung eingeschickt werden. |
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