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Allgemeine Hinweise
Grundsätzlich empfehlen wir im Rahmen von Tumorerkrankungen erblichen Ursprungs (siehe auch Fachinfos zur molekulargenetischen Analytik von "Krebsgenen") und allen Formen erblicher Erkrankungen (wie auch der Veranlagung von genetischen Risiken) das Angebot einer genetische Beratung. Alle Informationen finden Sie auch im Internet unter der angegebenen Homepage. Die Laborfachinformationen können Sie selbstverständlich auch als gedruckte Versionen bei uns in der Praxis anfordern. Bei Rückfragen und Anregungen stehen wir zu den Praxis-Öffnungszeiten gern zur Verfügung.
Telefon 040/30955-43 Telefax 040/30955-93
Email: med-genet-krasemann(at)t-online.de Email: fennerlabor(at)fennerlabor.de
Indikation: 1. Risikominderung bei anstehender Therapie mit 5-FU. Handelspräparate:  | 5-Fluorouracilbiosyn
|  | Fluorouracil-GRY
|  | (Fluroblastin)
|  | 5-FU
|  | O-Fluor
|  | Ribofluor |
2. Bei auffälliger Familienanamnese hinsichtlich einer 5-FU Unverträglichkeit.
Untersuchungsmethode: DNA-Extraktion, PCR, Restriktionsanalyse.
Untersuchungsmaterial: Für die Analyse werden 1-2 ml EDTA-Blut (kleines Blutbildröhrchen) benötigt.
Probenversandt: Normaler Postweg möglich
Anforderung: DPD-GEN  | Exon 14 Skipping Mutation |
Untersuchungsdauer: ca. 2-3 Tage
Analysekosten:  | GOÄ: 3920, 3921,3922 DM 203,21
|  | EBM: 4977, 4979, 4982 = 1500Pkt. |
Abschätzung des Toxizitätsrisikos bei Chemotherapie mit 5-Fluorouracil 5-Fluorouracil Therapie Die Chemotherapie vieler Tumorerkrankungen (Darm-, Brust-, ZNS-, Ovarial- und Hauttumore) mittels 5-Fluorouracil (5-FU) ist heute eine der Standardtherapien. Bei ca. 3-5% der mit 5 FU behandelten Patienten treten Zeichen von Toxizität, (Mukositis, Kardiotoxidität, neurologische Störungen) auf, die auf eine eingeschränkte DPD-Aktivität hinweisen. Über vereinzelte Todesfälle aufgrund der 5-FU Unverträglichkeit wurde bereits berichtet. Nach Entdeckung pharmakogenetischer Polymorphismen und dem damit besseren Verständnis für eine interindividuelle Varialibilität in Arzneimittelmetabolismus ist es durch neuere molekularbiologische Techniken der letzten Jahre möglich geworden, eine prädiktive Vorhersage der individuellen Metabolisierungskapazität für bestimmte Enzyme zu gewährleisten. Der Nachweis der individuellen DPD-Aktivität, ermöglicht es heute, gravierende Nebenwirkungen sowie Therapieversager zu vermeiden.
In ca. 3 - 5% der Allgemeinbevölkerung wurden Personen mit einer herabgesetzten DPD Aktivität detektiert. Ursächlich dafür sind Veränderungen (Mutationen) im dazugehörigen Gen (DPYD-Gen). Die häufigste Mutation (~50%) stellt dabei c.1905+1G?A (IVS14,G-A,+1) dar, die zu einem skipping (Nichttranskription) des Exons No. 14 im DPYD Gen führt. Das DPD Protein ist in Folge um 165 bp verkürzt und inaktiv.
DPYD-Gen Das DPYD Gen wurde von Yokota et al 1994 beschrieben und befindet sich auf dem kurzen Arm des Chromosoms No. 1 (Bande p22). Analytik Mittels der modernen Molekulargenetik ist es nunmehr möglich diese Mutation sicher und innerhalb kurzer Zeit festzustellen um Patienten vor anstehender Chemotherapie ernsthafte Komplikationen zu ersparen.  | 
|  Abb2. Auftrennung spezifischer PCR-Produkte im Bereich der Exon 14 Skipping Muatation des DPYD Gens. Lane1. Längenstandard, Lane2. PCR-Kontrolle, Lane3. Patient/Heterozygot für c.1905+1G?A, Lane4. Patient/Homozygot für c.1905+1G?A, Lane5. Wildtyp
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Literatur: Yokota et al., J Biol Chem 1994; 269 :23192-6 Van Kuilenburg et al., Hum Genet 1999; 104:1-9 Stott et al., Clinical Chemistry 2000; 46(2) :309-10 Schwab et al., J Lab Med 2000 ; 24(4) :182-188 Johnson et al., Clin Cancer Res 1999 ; 5(8) :2006-11 Wei et al., Genomics 1998 ; 51(3) :391-400 Van Kuilenburg et al., Eur J Cancer 1997; 33(13):2258-64
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