Fachinformationen - Infektionskrankheiten

HLA-B*5701 Gentest vor Abacavir-Therapie indiziert

Am 07. März 2008 hat das Bundesministerium für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte (BfArM) erstmalig zur Notwendigkeit einer pharmakogenetischen Testung Stellung genommen (www.bfarm.de). Demnach sollten Träger der genetischen Variante HLA-B*5701 kein Abacavir® einnehmen. Begründet wird dies mit dem genetisch bedingten Risiko, an den Folgen einer unerwünschten Arzneimittelreaktion zu erkranken.

Mit Hilfe eines molekulargenetischen Verfahrens kann der Patient vor Beginn einer Abacavir® Therapie oder spätestens bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion auf das Vorliegen des HLA-B*5701 Allels getestet werden (bei Nicht-Vorliegen des HLA-B*5701 Allels ist jedoch das Auftreten unerwünschter Arzneimittelwirkungen nicht ausgeschlossen!). Das klinische Bild dieser Überempfindlichkeitsreaktion ist ähnlich respiratorischer oder gastrointestinaler Erkrankungen. Häufig werden auch Fieber, Hautausschläge, Muskel– und Gelenkbeschwerden oder eine Lethargie beobachtet.

Zwei retrospektive, pharmakogenetische Studien haben gezeigt, dass Träger des HLA-B*5701 Allels ein signifikant erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion haben. Das Ergebnis einer prospektiven, randomisiert-kontrollierten Studie an 1956 Patienten mit HIV (PREDICT-1 Studie) belegt den klinischen Nutzen der HLA-B*5701 Testung.

Für die genetische Analyse werden 2 ml EDTA-Blut benötigt. In Kombination mit anderer HIV-Diagnostik ist neben der Anforderung keine gesonderte Materialeinsendung erforderlich. Ergebnisse liegen innerhalb von 7 Werktagen nach Probeneingang vor.

Seite Drucken