Informationen zu Gelbfieber

Das Gelbfiebervirus gehört zu den Flaviviren. Natürlich Reservoire sind infizierte Affenpopulationen sowie in Südamerika auch Beuteltiere und Nagetiere. Innerhalb dieser Tiere zirkuliert das Virus und wird daher auch als Dschungelgelbfieber bezeichnet. In selten Fällen bei Ausbrüchen in Endemiegebieten kann auch der Mensch als Erregerreservoir dienen und man spricht dann von dem sogenannten urbanen Gelbfieber. Das Virus wird über Stechmücken der Gruppe Aedes oder dem „Tigermoskito“ übertragen. Dabei können sowohl Übertragungen von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch erfolgen. Die Infektion auf direktem Wege ist nicht möglich sondern nur über die Stechmücke.

Die Inkubationszeit beträgt 3-6 Tage. Die Erkrankung verläuft bei nicht Infizierten und nicht Geimpften meistens schwer oder auch tödlich. In den Verbreitungsgebieten verlaufen die Infektionen bei bereits vorinfizierten in der Regel milder ab. Das heisst, dass die Patienten in Endemiegebieten leben, hohes Fieber bekommen, sowie die üblichen klinischen Beschwerden einer Viruserkrankung wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit. Diese Symptome verschwinden nach mehreren Tagen wieder. Personen, die von außerhalb in ein Endemiegebiet reisen, erkranken an hohem Fieber, bekommen Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Es kommt zu einer Bradikardie und Nasenbluten während des Infektionsstadiums. Der Allgemeinzustand verbessert sich. Es kommt zu einem Fieberabfall mit gleichzeitig großem Schlafbedürfnis. Hier entscheidet sich, ob die Erkrankung weiter voranschreitet oder ein erneuter Fieberanstieg auftritt. Kommt es erneut zum Fieberanstieg spricht man vom Intoxikationsstadium. Es kommt zur Gelbsucht, Nierenfunktionsstörung, Oliguri, Blutungsneigungen, Bluterbrechen, blutigen Stühlen, Schleimhautblutungen sowie Störungen des zentralen Nervensystems. Der Tod kann in diesen Fällen nach 7-10 Tagen durch Leberversagen oder schwere Blutungen auftreten. Eine durchgemachte und überlebte Gelbfiebererkrankung hinterläßt eine lebenslange Immunität.

Die Diagnose wird immer anhand der klinischen Symptomatik und der Laborbefunde gestellt. Die serologische Untersuchung kann in Speziallabors (z.B.Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, Tel.: 040-42818-0) durchgeführt werden. Eine spezifische Therapie ist bei Erkrankten nicht möglich und muß daher auf der Intensivstation unterstützend erfolgen.

Impfung: Bevor Personen in Gelbfiebergebiete reisen, sollte unbedingt eine Gelbfieberimpfung erfolgen. Gelbfieber ist in Teilen von Afrika, zentral Südamerika zwischen dem 15° nördlich und dem 40° südlich sowie südlich der Sahara und nördlich des 10 Breitengrades endemisch. Im gesamten asiatischen Raum ist Gelbfieber nicht bekannt. Aber auch hier treten die entsprechenden Stechmücken auf, so dass die Impfbestimmungen bei Einreisen aus Gelbfiebergebieten nach Südostasien sehr streng sind, damit eine Übertragung und Verschleppung der Erkrankung verhindert wird. Es kommt immer wieder zu endemischen Auftritten von Gelbfieberfällen mit Toten. Der letzte tödliche Gelbfieberfall in der Bundesrepublik wurde 1999 registriert. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer Impfung, die mit einem Impfstoff durchgeführt wird, der auf Hühnerembryonen gezüchtet wird. Es handelt sich dabei um ein Lebendvirusimpfstoff, der eine hervorragende Immunantwort auslöst, jedoch nicht die Erkrankung selbst. Die Impfung erfolgt einmalig und enthält ab dem 10ten Tag einen 100%-tigen Schutz. Die Schutzdauer wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Jahren, wahrscheinlich aber auch länger, angegeben. Die Impfung ist im Internationalen Impfausweis über 10 Jahre gültig. Als Nebenwirkung kann es eine lokale Reaktion sowie leichte Temperaturerhöhungen bis 10 Tage nach der Impfung geben. Nicht geimpft werden sollten Patienten mit einer akuten fieberhaften Erkrankung, Erkrankungen des Immunsystems, Kinder unter dem vollendeten 1ten Lebensjahr sowie bei einer Hühnereiweißallergie.

Eine Gelbfieberimpfung darf nur an offiziellen Impfstellen, die von der WHO zugelassen sind, erfolgen. Nur so ist sichergestellt, dass die Gelbfieberimpfung offiziell im internationalen Impfpaß dokumentiert wird, das bestimmt die Qualitätskriterien bei der Lagerung und Verabreichung der Impfung gewährleistet sind und diese Einrichtungen unter einer speziellen Kontrolle der Gesundheitsbehörde stehen. Die Begrenzung der Gelbfieberimpfstellen hat jedoch nichts mit einer eventuellen Gefährlichkeit des Impfstoffes oder der Impfung zu tun. Die Gelbfieberimpfung ist mit allen anderen Tropenimpfungen ohne zeitliche Intervalle kombinierbar, so dass Sie bei einem Auslandsaufenthalt sich auch andere Impfungen applizieren lassen können.

Termine zur Gelbfieberimpfung in unserer Praxis erhalten Sie unter der Telefon-Nr. 0 40 - 3 09 55 - 12 (auch kurzfristige Terminvergaben sind dabei möglich).

Wir beraten Sie gerne insbesondere, wenn Sie eine Rundreise buchen und hierbei unklar ist, welche Länder Sie streifen, in denen eine Gelbfieberimpfung vorgesehen ist oder wo bei einer Weiterreise die Gelbfieberimpfung an der Grenze eines Drittlandes erforderlich wird. Weitere Informationen finden Sie auch bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit e.V. www.dtg.mvn.de oder über die Reisemedizinische Auskunft des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin in Hamburg In einem Konsensuspapier wurde die Gelbfieberimpfung für Einreisen in das tropische Afrika und nach Südamerika als zwingend vorgesehen. Eine Gelbfieberimpfung ist in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht absolut kontraindiziert unterliegt aber einer strengen Indikationsabwägung zwischen möglichem Nutzen und Risiko.

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