Fragiles X-Syndrom

Martin-Bell-Syndrom, FRAXA (OMIM309550), Humangenetik

  • Probenmaterial

    ca. 10 ml EDTA-Blut, Probanden-DNA

  • Präanalytik

    Zur Vermeidung einer Kontamination der Probe bitte ein separates Probenröhrchen einsenden !

  • Probentransport

    Postversand möglich, bei längerer Lagerung gekühlt (+2°C – +8°C)

  • Klinische Indikationen

    Als sicherer Nachweis der Diagnose Fragiles X-Syndrom [FRA(X), MIM#300624] oder Martin-Bell-Syndrom, eine der häufigsten Formen X-chromosomal erblicher mentaler Retardierung beim männlichen Geschlecht, gilt der Nachweis einer gestörten Methylierung am FMR1-Gen (MIM*309550, Xq27.3, NM_002024.4) durch eine signifikante Verlängerung des CGG-Repeats (NCBI309550.0004, CGG>~200, häufig CGG>1000). Nach den derzeitigen Standards zeigen CGG<45 Repeats die normale Variation Gesunder (meist CGG29-30), während CGG55-~200 eine sog. Prämutationen darstellen. Intermediäre Allele (CGG45-54) können bei Vererbung eine Instabilität aufweisen, die z.B. über eine Generation (~25% bei CGG50-54) oder über zwei Generationen (~2,5% bei CGG49) zur Prämutation mit CGG>~200 führt (s. AWMF Leitlinie Nr. 078-007). Andere Veränderungen (z.B. Punktmutationen) oder Mosaike, die in sehr seltenen Fällen beschrieben sind, werden durch diese Untersuchung nicht bzw. teils nicht erfasst. Differentialdiagnostisch kann eine mentale Retardierung in selteneren Fällen auch bei andere monogene Erkrankungen (z.B. bei Angelman- oder Rett-Syndrom) auftreten.

  • Methode

    PCR/Fragmentanalyse des CGG-repeat am FMR1-locus (OMIM309550) bei Xq27.3, ggf. Southern-Blot

  • Ansatztage

    bei Bedarf (wöchentlich), Untersuchungsdauer 3 Tage

  • Querverweise

  • Akkreditierung

  • Stand

    30. Mai 2024